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Knabbert Ihr Hund alles an? Zahnen bei Welpen, Symptome und 3 Dinge, die Sie jetzt vermeiden sollten

Der Kautrieb des Welpen - Pawsometime
Bernadette L|

Die Hausschuhe sind angeknabbert, an den Tischbeinen zeigen sich kleine Zahnspuren und manchmal wird sogar vorsichtig an der Hand gekaut – viele Hundebesitzer fragen sich in dieser Phase, warum ihr Welpe plötzlich so viel beißt und kaut. Dieses Verhalten bedeutet jedoch nicht, dass der Hund „ungehorsam“ geworden ist. Häufig steckt dahinter ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt: der Zahnwechsel.

Während dieser Zeit verändert sich nicht nur das Gebiss des Welpen, sondern auch sein Bedürfnis nach Beschäftigung und Kauen. Pawsometime möchte Ihnen zeigen, woran Sie die typischen Anzeichen des Zahnwechsels erkennen können und welche drei Dinge Sie in dieser sensiblen Phase vermeiden sollten. Mit dem richtigen Wissen und passenden Maßnahmen können Sie Ihren Welpen dabei unterstützen, diese Entwicklungsphase entspannt zu durchlaufen und gleichzeitig unerwünschtes Kauen in geeignete Bahnen lenken.

I. Die Zahnwechselphase verstehen: Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen?

Der Zahnwechsel gehört zu den wichtigsten Entwicklungsschritten im jungen Hundeleben. Ähnlich wie bei Menschen verändert sich das Gebiss, um den wachsenden Anforderungen des erwachsenen Hundes gerecht zu werden. Während Welpen zunächst ein kleines Milchgebiss besitzen, entwickeln sie nach und nach kräftigere und stabilere bleibende Zähne.

Die ersten Milchzähne: etwa ab der 3. bis 4. Lebenswoche

In den ersten Lebenswochen beginnen bei Welpen die Milchzähne durchzubrechen. Mit ungefähr drei bis vier Wochen ist das Milchgebiss normalerweise vollständig entwickelt und besteht aus insgesamt 28 Zähnen. Diese kleinen, spitzen Zähne sind zunächst ausreichend, um die Nahrung eines jungen Welpen aufzunehmen, erfüllen aber nicht die Anforderungen eines erwachsenen Hundes.

Der Wechsel zum bleibenden Gebiss: etwa vom 4. bis 7. Lebensmonat

Zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat beginnt der eigentliche Zahnwechsel. Die Milchzähne fallen nach und nach aus, während die bleibenden Zähne durch das Zahnfleisch wachsen. Ein ausgewachsener Hund besitzt später insgesamt 42 Zähne, die deutlich größer und stabiler sind als die ursprünglichen Milchzähne.

Warum kauen Welpen während des Zahnwechsels häufiger?

Das vermehrte Kauen während dieser Phase hat einen biologischen Grund. Wenn die neuen Zähne durch das Zahnfleisch drücken, können Juckreiz, ein Spannungsgefühl oder leichte Beschwerden im Maul entstehen. Durch das Kauen auf verschiedenen Gegenständen übt der Welpe Druck auf sein Zahnfleisch aus, was ihm häufig ein angenehmeres Gefühl verschafft.

Aus diesem Grund suchen viele Welpen in dieser Zeit verstärkt nach Kauobjekten. Ohne geeignete Alternativen können Möbel, Schuhe oder andere Gegenstände im Haushalt schnell zu interessanten „Kauzielen“ werden. Das Verhalten sollte daher nicht ausschließlich als schlechte Angewohnheit betrachtet werden, sondern als Hinweis darauf, dass der Hund gerade besondere Unterstützung benötigt.

II. Wichtige Erkennungsmerkmale: Die typischen Symptome des Zahnwechsels beim Welpen

Der Zahnwechsel ist für einen Welpen eine besondere Entwicklungsphase, in der sich nicht nur sein Gebiss verändert, sondern auch sein Verhalten und seine täglichen Gewohnheiten beeinflusst werden können. Viele Halter bemerken in dieser Zeit, dass ihr Hund häufiger kaut, unruhiger wirkt oder plötzlich Dinge interessant findet, die vorher kaum beachtet wurden. Um diese Veränderungen richtig einzuordnen, ist es wichtig, die typischen Anzeichen des Zahnwechsels zu kennen.

1. Verhaltensveränderungen während des Zahnwechsels

Hartnäckiges Kauen: Ein natürliches Bedürfnis nach Entlastung

Der Zahnwechsel beim Welpen - Pawsometime

Eines der auffälligsten Merkmale während des Zahnwechsels ist das verstärkte Kauen. Viele Welpen beginnen plötzlich, Gegenstände intensiver zu untersuchen und darauf herumzubeißen. Besonders harte, kühle oder strukturierte Materialien können in dieser Phase interessant wirken, da der Druck beim Kauen das gereizte Zahnfleisch beruhigen kann.

Typische Kauobjekte sind beispielsweise Möbelkanten, Schuhe, Teppiche oder sogar die Hände der Besitzer. Gerade das Kauen an Fingern kann für Halter überraschend sein, ist aber häufig nicht als aggressives Verhalten gemeint. Der Welpe folgt vielmehr seinem natürlichen Bedürfnis, den unangenehmen Empfindungen im Maul entgegenzuwirken.

Damit sich dieses Verhalten nicht dauerhaft auf ungeeignete Gegenstände richtet, ist es hilfreich, dem Welpen frühzeitig geeignete Kaualternativen anzubieten. Dadurch lernt er, welche Materialien für das Kauen vorgesehen sind und welche Gegenstände im Alltag nicht als Spielzeug dienen sollten.

Häufiges Kopfschütteln oder Kratzen am Maul: Eine Reaktion auf ungewohnte Empfindungen

Während des Zahnwechsels können Welpen häufiger den Kopf schütteln oder versuchen, mit den Pfoten am Mundbereich zu kratzen. Dieses Verhalten entsteht oft durch ein Spannungsgefühl, Juckreiz oder ein ungewohntes Gefühl beim Durchbrechen der neuen Zähne.

Ein gelegentliches Kopfschütteln oder kurzes Reiben am Maul kann während dieser Entwicklungsphase vorkommen. Beobachten Sie jedoch, ob das Verhalten sehr häufig auftritt oder von weiteren Beschwerden begleitet wird. Starkes Unwohlsein, anhaltende Schmerzen oder deutliche Veränderungen beim Fressen sollten von einem Tierarzt abgeklärt werden.

2. Körperliche Anzeichen des Zahnwechsels

Vermehrter Speichelfluss und leichter Mundgeruch: Während des Zahnwechsels produzieren manche Welpen mehr Speichel als gewöhnlich. Durch die Veränderungen im Maul und die empfindlichen Zahnfleischbereiche kann außerdem ein leichter Mundgeruch auftreten. Diese Erscheinungen sind häufig vorübergehend und verschwinden wieder, sobald sich das Gebiss weiterentwickelt hat.

  • Gerötetes Zahnfleisch oder leichte Blutspuren: Wenn die neuen Zähne durch das Zahnfleisch wachsen, kann das Zahnfleisch vorübergehend gerötet oder etwas empfindlicher sein. Gelegentlich lassen sich kleine Blutspuren an Kauspielzeugen oder am Futternapf entdecken. Dies kann beim normalen Zahnwechsel auftreten, da die Milchzähne ausfallen und die neuen Zähne ihren Platz einnehmen.
  • Weniger Appetit: Einige Welpen fressen während des Zahnwechsels etwas langsamer oder zeigen weniger Interesse an besonders hartem Futter. Der Grund dafür ist, dass das Kauen auf festen Kroketten oder harten Futterstücken Druck auf das empfindliche Zahnfleisch ausüben kann.
  • Ausfallende Milchzähne: Das Verlieren der Milchzähne gehört zum normalen Ablauf des Zahnwechsels. Viele Welpen verlieren einzelne Zähne beim Spielen oder Kauen, ohne dass der Besitzer dies direkt bemerkt. Manchmal werden ausgefallene Milchzähne einfach verschluckt – auch dies ist in der Regel ein normaler Vorgang.
Die Zahngesundheit des Welpen - Pawsometime

III. Fehler vermeiden: Drei Dinge, auf die Sie während des Zahnwechsels verzichten sollten

Der Zahnwechsel ist eine Phase, in der Welpen besonders viel Verständnis und Unterstützung benötigen. Gerade deshalb ist es wichtig, in dieser Zeit nicht nur zu wissen, was einem Welpen hilft, sondern auch zu erkennen, welche Maßnahmen eher ungeeignet sind.

1. Auf kräftige Zerrspiele verzichten: Die empfindlichen Zähne nicht unnötig belasten

Zerrspiele gehören für viele Hunde zu den beliebtesten Beschäftigungen. Das gemeinsame Ziehen an einem Tau oder Spielzeug stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und kann grundsätzlich eine sinnvolle Aktivität sein. Während des Zahnwechsels sollte jedoch auf besonders kräftiges Ziehen und ruckartige Bewegungen verzichtet werden.

In dieser Entwicklungsphase befinden sich die Milchzähne noch im Prozess des Ausfallens, während die bleibenden Zähne gleichzeitig durch das Zahnfleisch wachsen. Starke Zugkräfte können dazu führen, dass noch nicht vollständig gelockerte Milchzähne unnatürlich abbrechen. In ungünstigen Fällen kann dies die Entwicklung der nachfolgenden Zähne beeinflussen und zu Problemen wie einer fehlerhaften Zahnstellung oder einem unregelmäßigen Zusammenbeißen führen.

Auch wenn der Welpe beim Spielen begeistert mitmacht, bedeutet dies nicht automatisch, dass seine Zähne und sein Kiefer die Belastung problemlos vertragen. Besonders junge Hunde können ihre körperlichen Grenzen noch nicht gut einschätzen.

Statt intensiver Zerrspiele eignen sich in dieser Zeit ruhigere Beschäftigungen besser. Sanfte Apportierspiele mit einem weichen Ball können beispielsweise eine gute Alternative sein. Auch Suchspiele, bei denen der Welpe seine Nase einsetzen muss, bieten eine sinnvolle Beschäftigung ohne starken Druck auf das Gebiss. Eine Schnüffelteppich Hund oder ein Futterspielzeug, bei dem der Hund kleine Aufgaben lösen muss, kann ebenfalls dabei helfen, überschüssige Energie abzubauen und gleichzeitig die geistige Auslastung zu fördern.

2. Ungeeignete Kauartikel vermeiden: Nicht jeder Gegenstand ist für Welpenzähne geeignet

Da Welpen während des Zahnwechsels ein starkes Kauverlangen entwickeln, greifen viele Besitzer zu verschiedenen Kauartikeln. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht jedes Material ist für ein junges Gebiss geeignet.

Sehr harte Gegenstände wie echte Geweihe, Hörner oder extrem feste Kunststoffknochen können für Welpenzähne problematisch sein. Die Milchzähne eines jungen Hundes sind im Vergleich zu den späteren erwachsenen Zähnen empfindlicher. Wenn ein Welpe über längere Zeit auf sehr harten Materialien kaut, kann die Belastung zu Zahnfrakturen oder Verletzungen am Zahnfleisch führen.

Auch Gegenstände, die leicht zerreißen oder verschluckt werden können, sollten vermieden werden. Dazu gehören beispielsweise lose Fäden, kleine Stoffreste oder beschädigte Kleidungsstücke. Werden Teile davon verschluckt, besteht das Risiko, dass sie den Verdauungstrakt belasten oder im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen können.

Die bessere Wahl sind speziell entwickelte Kauspielzeuge für Welpen, deren Material und Härtegrad an die Bedürfnisse junger Hunde angepasst sind. Geeignete Materialien bieten ausreichend Widerstand, ohne die empfindlichen Zähne unnötig zu beanspruchen. Gleichzeitig helfen sie dabei, das natürliche Kauverhalten des Welpen in sichere Bahnen zu lenken.

Bei der Auswahl sollte außerdem immer die Größe des Hundes berücksichtigt werden. Ein Spielzeug muss zur Körpergröße und Beißkraft des Welpen passen. Zu kleine Produkte können verschluckt werden, während zu harte oder überdimensionierte Artikel das Kauen unangenehm machen können.

Knabbert Ihr Hund alles an? Zahnen bei Welpen, Symptome und 3 Dinge, die Sie jetzt vermeiden sollten - Pawsometime

3. Keine strenge Bestrafung anwenden: Kauen ist ein Bedürfnis, kein Ungehorsam

Wenn ein Welpe während des Zahnwechsels Möbel beschädigt oder an den Händen des Menschen kaut, reagieren manche Besitzer aus Frustration mit lautem Schimpfen oder einer strengen Bestrafung. Dieses Vorgehen hilft jedoch meist nicht dabei, das eigentliche Problem zu lösen.

Das Kauen entsteht in dieser Phase vor allem durch ein körperliches Bedürfnis. Der Welpe versucht, den Druck, den Juckreiz oder die ungewohnten Empfindungen im Maul zu lindern. Eine Bestrafung kann dieses natürliche Bedürfnis nicht beseitigen. Stattdessen kann sie dazu führen, dass der Hund unsicher wird und die Verbindung zwischen seinem Verhalten und der Reaktion des Menschen nicht richtig versteht.

Besonders junge Hunde lernen hauptsächlich durch klare Rückmeldungen und positive Erfahrungen. Häufiges Anschreien oder körperliche Korrekturen können Vertrauen beeinträchtigen und dazu führen, dass der Welpe bestimmte Situationen mit Stress verbindet.

Eine sinnvollere Methode ist die sogenannte Ersatz- oder Umlenkungsmethode. Wenn der Welpe beispielsweise auf einem Möbelstück kaut, können Besitzer zunächst ruhig reagieren und mit einem kurzen, freundlichen Signal wie „Nein“ oder „Lass das“ die Aufmerksamkeit unterbrechen. Anschließend wird dem Hund ein geeignetes Kauspielzeug Welpe angeboten. Sobald der Welpe dieses Spielzeug annimmt und darauf kaut, sollte dieses Verhalten direkt gelobt werden.

Auf diese Weise lernt der Hund nicht nur, was er nicht tun soll, sondern vor allem, welches Verhalten erwünscht ist. Geduld und konsequente Führung helfen dabei, den Zahnwechsel zu einer positiven Lernphase zu machen.

Ein kurzer Abschnitt voller Herausforderungen – für eine lange gemeinsame Zukunft

Gute Kaugewohnheiten beim Welpen fördern - Pawsometime

Der Zahnwechsel kann im Alltag mit einem Welpen durchaus einige Herausforderungen mit sich bringen. Dennoch handelt es sich meist nur um einen vorübergehenden Abschnitt im Leben eines jungen Hundes.

Pawsometime möchte Sie dabei unterstützen, Ihren Welpen mit praktischen Tipps und passenden Produkten durch diese besondere Zeit zu begleiten. Mit Aufmerksamkeit und Fürsorge können Sie Ihrem Hund helfen, sein gesundes, kräftiges Erwachsenengebiss zu entwickeln und gleichzeitig viele schöne gemeinsame Momente während des Aufwachsens zu erleben.

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